30. Dezember 2023

Flurina Müller mit Rückenwind an zwei Weltmeisterschaften

Die Ski-Orientierungsläuferin startet an der Student*innen-WM in der Lenzerheide. Nach intensiven Monaten mit Studium an der PH Luzern und unzähligen Trainingsstunden fühlt sich die 22-Jährige aus Einsiedeln bereit für die bevorstehenden Herausforderungen.

Sie wird viele vertraute Gesichter sehen. Familie und Freunde haben sich angekündigt, und Flurina Müller freut sich auf eine grosse Unterstützung an einem Anlass, der ein erstes Highlight des neuen Jahres ist: Die 22-jährige Studentin der PH Luzern startet an den World University Championships im Ski Orienteering. Anders gesagt: Die Ski-Orientierungsläuferin aus Einsiedeln hat ein Aufgebot für die Student*innen-WM in der Lenzerheide (10. bis 17. Januar 2024) erhalten.

Vor zwei Jahren schon wäre sie an einem Grossereignis quasi vor der Haustür dabei gewesen – wenn es stattgefunden hätte. Damals musste die Winteruniversiade in der Zentralschweiz aufgrund der Corona-Pandemie abgesagt werden. Die schlechte Nachricht löste bei Flurina Müller eine grosse Enttäuschung aus: «Sie kam für mich total überraschend.»

Nun aber findet doch noch eine Veranstaltung mit internationaler Ausstrahlung in der Heimat statt, und auch wenn Flurina Müller die Erwartungen nicht zu sehr schüren möchte: Sie ist getrieben vom Ehrgeiz, stark abzuschneiden, ein Ergebnis in den Top Ten zu erzielen.

Lange Nächte im Dezember

Die Ski-OL-Athletin hat höchst chargierte Wochen hinter sich, Wochen, in denen sie im Studium wichtige Schritte machte. «Und es gab doch einige lange Nächte», fügt sie mit einem Schmunzeln an. Im Dezember absolvierte die angehende Kindergärtnerin nämlich zwei anspruchsvolle Bachelorprüfungen, auf die sie sich intensiv vorbereitet hatte. Gleichzeitig war und ist sie daran, ihre Bachelorarbeit zu schreiben, in der sie sich mit «Orientierungslaufen im Kindergarten» auseinandersetzt. Sie beschäftigt sich darin unter anderem mit der Frage: Funktioniert das in diesem Alter bereits?

Die Antwort suchte sie aktiv, indem sie im Kindergarten Willerzell, in dem ihre Mutter unterrichtet, ein Experiment durchführte. Sie führte in der Turnhalle zweimal eine OL für die Kinder durch. Nach dem ersten Versuch, der mit mässigem Erfolg endete, brachte sie der Schar ihren Sport auf spielerische Weise näher, mit einfachen Übungen und Kartenlesen – und siehe da: Beim zweiten OL stellte sie bei mehreren Kindern eine markante Steigerung fest. «Ich war sehr erstaunt», sagt Flurina Müller.

Den Trainingsaufwand erhöht

Trotz reich chargierter Zeit an der PH Luzern hat sie stets einen hohen Trainingsaufwand betrieben, um in dieser Ski-OL-Saison auf hohem Niveau zu performen. A propos Aufwand: Den hat sie gegenüber den Vorjahren gar erhöht. «Wintersportler werden im Sommer geformt» – getreu diesem Motto trainierte sie vor der Saison länger und intensiver, manchmal zweimal täglich. Das Augenmerk legte sie vor allem auf die Stärkung des Oberkörpers, was aus ihr eine noch bessere Langläuferin macht. Ständig ein Thema war und ist das Studium von Karten. Jetzt sagt sie: «Ich bin parat, meine Form stimmt.»

Vergangene Saison – bereits die zweite bei der Elite im Ski Orienteering – holte Flurina Müller mit dem Schweizer Team an der EM die Bronzemedaille. Nun ist es ihr Ziel, auf diesem Niveau auch im Einzel für Furore zu sorgen. Ein paar Tage nach der Studenten-WM bietet sich im österreichischen Ramsau am Dachstein vom 20. bis 27. Januar 2024 an der WM die Gelegenheit dazu.

Im Januar und Februar wird Flurina Müller vornehmlich für den Sport unterwegs sein. «Ich mache das einfach mega gern», sagt sie, «mir macht es nichts aus, wenn ich immer wieder die Koffer packen und verreisen muss.» Deshalb hat sie nun auch das Praktikum vom Januar in den Herbst verschieben können, wofür sie der PH Luzern dankbar ist.

«Studieren ist etwas sehr Cooles»

Im Sommer würde sie die Ausbildung abschliessen, jetzt verlängert sie sich um ein paar Wochen. «Auf der einen Seite bin ich froh, wenn ich alles hinter mir habe», sagt Flurina Müller, «andererseits finde ich das Studieren etwas sehr Cooles. Ich kann mir vorstellen, dass ich einiges vermissen werde.»

Noch aber ist sie Studentin – und eben: Sportlerin, die an der Studenten-WM auch als Repräsentantin der PH Luzern antritt. Übrigens wird Flurina Müller in der Lenzerheide nicht die einzige ihrer Familie sein, die an den Start geht. Ihre Brüder Nicola und Gian-Andri stehen ebenfalls im Aufgebot. Und darum werden die Welttitelkämpfe auch so etwas wie eine Familienangelegenheit.


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