6. März 2024

Verbindlichkeit verbindet!

Das Zentrum Theaterpädagogik rollte den roten Teppich zur zweiten Fokus Veranstaltung für die Schultheatertage 2024 aus.

Im Rahmen der Fokusveranstaltungen «Kunstspartenübergreifende Arbeitsweisen» und «Dramaturgie wagen – Verwandlungsprozesse festlegen» rollte das Zentrum Theaterpädagogik am 5.März 2024 zum zweiten Mal den roten Teppich aus. Es begrüsste 16 Lehrpersonen zum zweiten theaterästhetischen Spiel-Labor. Die Grundidee verfolgend, für alle Lehrpersonen der Luzerner Schultheatertage zwei Kurzworkshops anzubieten, hat sich gerade hinsichtlich der Thematik «Verbindlichkeit – vom Plan zum Unplan – zur Gestaltung» sehr bewährt. Die gemeinsame, vielseitige und vielstimmige Auseinandersetzung mit den Lehrpersonen zeigte deutlich, dass Aspekte der «Unverbindlichkeit» und «Kurzlebigkeit» auch vor der Bühne nicht Halt machen. Mit den Fokusveranstaltungen 1 und 2 haben wir ein Sensibilisierungs- und Reflexionsgefäss geschaffen, in welchem wir gemeinsam mit den theateragierenden Lehrpersonen folgende Fragen in den Fokus genommen haben: 

Verbindlichkeit: Wie zeigt sich Verbindlichkeit in einer gestalteten Theaterproduktion? Was hat Verbindlichkeit mit der sozialen Kunstform Theater zu tun und verbunden? Mit wem verbindet sich wer – und wie? Inwiefern beeinflusst eine verbindliche Gestaltung die Haltung zum Stück? Beeinflusst die Wertehaltung gegenüber den Mitspielenden das Zusammenspiel? Hat Verbindlichkeit etwas mit Verantwortung zu tun? Welche Gestaltungsmittel, welche Vereinbarungen, welche Festlegungen und Abmachungen helfen, eine Verbindlichkeit zu erlangen, die einem Gemeinschaftswerk eine neue Ausstrahlung und Ausdruckskraft gibt? Inwiefern stehen Verbindlichkeit und Ausdruckskraft in Beziehung? Inwiefern beeinflusst eine besprochene, verhandelte, erlebte Verbindlichkeit die Sicherheit, das Wir-Gefühl, die Dazugehörigkeit? 

Gemeinsam erprobend wurde mittels Modellen und Konzepten hinter die Kulissen der sozialen Kunstform Theater geschaut. In den interaktiven Workshops recherchierten die Teilnehmenden beispielsweise, wie ausgehend von hypothetischen «Was wäre wenn -Behauptungen» szenisches Material entwickelt werden kann. Ideen wurden später in Kombination mit räumlich gestalteten Installationen gebracht. In einem weiteren Schritt konnten die inhaltlichen und gestalterischen Fundstücke durch dramaturgische Elemente «zerspielt», «verrückt» und in neuen Kombinationen zusammengefügt werden. Aus den entstandenen installativen Bühnensituationen komponierten die Spielleitenden schliesslich unter Einbezug verschiedener dramaturgischer Modelle szenische Miniaturen, welche einander abschliessend präsentiert wurden.

Im Zentrum der Fokus-Veranstaltungen standen begleitend besprochene Transfer-Möglichkeiten, welche nun ganz konkret in die Umsetzung des eigenen Theaterprozessen einfliessen können. 


Kontakt

Leiterin Zentrum Theaterpädagogik
Ursula Ulrich
MA ZFH
Sentimatt 1
6003 Luzern
ursula.ulrich@phlu.ch
Portrait
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